Drei Siege in Folge hätte dem Aufsteiger aus Franken sicher kaum einer zugetraut in der noch jungen Bayernligasaison, aber durch Moral, Zusammenhalt und Siegeswillen hat es die eingeschworene Truppe um Spielertrainer Daniel Jun, Captain Daniel Sikorski und Torwart Ronny Glaser geschafft zu Beginn der Eishockeysaison auf Platz Sechs der Tabelle zu stehen.

Und auf diese Leistung ist nicht nur der sportliche Leiter Jörg Schobert stolz, der den ganzen Sommer über kämpfte, den Kader der Panzerechsen zu verstärken, aber mit vielen Widrigkeiten kämpfen musste: „wir waren uns vergangene Woche mit einem sehr guten Verteidiger einig, dass er ab Dezember für uns spielt. Zwei Tage später hat er sich das Kreuzband gerissen. So etwas zermürbt. Verteidiger zu finden ist sehr schwer. Der Markt in Nordbayern ist absolut leergefegt und wenn wir Spieler von weiter weg holen, müssen Daniel und ich absolut überzeugt sein, dass er uns weiterhilft, ansonsten laufen wir Gefahr, das gute Mannschaftsgefüge, das wir in den letzten zwei Jahren geschaffen haben, zu zerstören“.

In eine ähnliche Kerbe schlägt Spielertrainer Daniel Jun: „Schobi und ich sind schon den ganzen Sommer jeden Tag in Kontakt und diskutieren über Spieler, aber wir haben eine gewachsene Mannschaft. Ich will nicht den Zusammenhalt durch Spieler kaputt machen, die nicht zu uns passen. Sicher gibt es immer ‚Professoren‘, die über die Zusammenstellung des Kaders meckern. Das ist nicht nur in Höchstadt so, solche Leute gibt es bei jedem Verein. Bisher bin ich froh, dass wir zeigen konnten, dass es auch ohne gut klingende Namen geht. Nämlich durch Zusammenhalt und Kampfgeist.“

Dabei ist sich der Spielertrainer der kommenden Aufgaben durchaus bewusst. Mit Bayreuth reisen die Höchstadter zum absoluten Topfavoriten der Eishockey Bayernliga. Mit Spielern wie Bartosch, Fendt und Juhasz stechen zwar einige Spieler mit ihrer Zweit und Oberligaerfahrung heraus, der Großteil der oberfränkischen Spieler stammt aber aus dem eigenen Nachwuchs und präsentiert sich daher als eingeschworene Truppe, die für die Alligators fast schon als Vorbild dienen könnte. Ein anderer Spieler dürfte dabei aber bei den Alligators Fans besondere Erinnerungen hervorrufen: Michal Hlozek. Von 2006 bis 2011 spielte der Stürmer für die Alligators. Seine für die Mittelfranken erzielten Tore sind unvergessen, allerdings kreiden ihm heute noch viele Fans den Abstieg maßgeblich an, da er gerade in der prekären Abstiegsrunde ein unerklärliches Formtief zeigte.

Abgehakt ist das Thema dagegen für die Mannschaft, was auch Kapitän Daniel Sikorski am Fanstammtisch auf die Frage, ob das Wiedersehen mit dem 29 jährigen Deutsch-Tschechen etwas Besonderes für ihn wäre: „Michal (Hlozek) spielt nicht mehr für uns, und alles andere ist eigentlich egal. Wir haben letztes Jahr mit der Mannschaft neu angefangen. Wichtig ist, dass wir keine Spieler mehr dabei haben, die denken, das Spiel wäre auf sie zugeschnitten, sondern dass alle sowohl nach vorne als auch nach hinten 100 %  für die Mannschaft geben.“

Am Fanstammtisch vergangene Woche merkte man bereits, dass auch die Fans sich etwas gegen den Favoriten erhoffen. Schließlich konnte man die Tigers schon einmal besiegen, als man vermeintlich als Außenseiter antrat. Beim „geplanten“ Abstieg aus der Oberliga schlug man die Bayreuther mit 5:4 im Penalty Schießen mit einer Juniorenmannschaft. Eine ähnliche Überraschung streben die Panzerechsen nun dieses Jahr an. Im Aischgrund herrscht also bereits Derbystimmung, dass einige der Fans auch als das „echte Frankenderby“ in der Bayernliga 2012/13 bezeichnen. Die Bayreuther werden das sicher etwas anders sehen. Schließlich ist es ihr Ziel , wieder in die Oberliga aufzusteigen, um in der kommenden Saison den fränkischen „Classico“ endlich wieder austragen zu können. Dort warten nämlich die Selber Wölfe auf die Tigers. Die Mittelfranken werden aber alles geben um diesen Wunsch den Wagnerstädtern so schwer wie möglich zu machen.

Auch gegen Miesbach sollen Punkte her

Der Plan von sechs Punkten an einem Wochenende erschien schon gegen die Gegner Germering und Königsbrunn verwegen. Aber irgendwie führt Spielertrainer Jun auch an diesem Wochenende einen Coup im Schilde. Auch wenn er betont: „Es kann auch sein dass wir beide Spiele am Wochenende verlieren. Nur was ich nicht will ist, dass man uns am Ende vorwirft, dass wir nicht gekämpft haben. Wir wollen Miesbach am Sonntag auf jeden Fall schlagen. Und so werden wir antreten. Gegen Sonthofen haben mir wenige geglaubt, dass wir gewinnen können, aber fast hätte es geklappt. Jetzt wollen wir das gegen Miesbach nachholen. Der TEV hat eine sehr starke Mannschaft und ich habe sie vor der Saison unter den Top drei eingeschätzt, aber wenn wir geschlossen auftreten können wir sie schlagen. Wichtig ist in so einem Spiel, das der Torwart einen guten Tag erwischt. Wenn wir dann noch voll dagegen halten, können wir sie schlagen, vor allem mit den eigenen Fans im Rücken. Für Eure Unterstützung möchte ich mich nochmal bedanken. Die Begeisterung und Stimmung die alle drei Fanclubs in dieser Saison zeigen ist nochmal eine zusätzliche Motivation, weswegen es Spaß macht Eishockey in Höchstadt zu spielen!“

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